CoV19 – eine Einordnung von Klaus Wellershoff

12.03.2020

In der Zeitgeschichte gibt es immer wieder Momente, die uns kollektiv in Erinnerung bleiben. Ob Mauerfall, 9/11 oder Lehmann Brothers, auch nach Jahren wissen wir noch, wie uns diese Ereignisse berührt haben. Die aktuelle Coronagrippe scheint die jüngste Erfahrung in dieser Reihe zu sein.

Was all diesen Ereignissen gemein ist, ist, dass sie dauerhaft unser Verhalten verändern. Nicht unsere Ziele ändern sich, aber wir erinnern uns wieder daran, was wichtig ist im Leben und was nicht. Wir geben schlechte Angewohnheiten auf und passen uns an das an, was zeitgemäss und richtig erscheint.

Gerade diese Qualität dieser Kollektiverlebnisse muss uns nachdenklich stimmen. Nach der Coronagrippe wird es nicht mehr so sein wie vor der Coronagrippe. Das spricht nicht für eine V-förmige Reaktion von Konjunktur und Finanzmärkten. Das spricht für einen Strukturbruch, für möglicherweise eine Rezession, vor allem aber für beschleunigten Wandel unserer Gesellschaft.

Wer sich in den letzten Jahren die Zeit genommen hat, die eigene Vermögensarchitektur gut zu durchdenken, sollte gut vorbereitet sein, die materiellen Folgen dieser Krise bewältigen zu können. Ein solides Anlagereglement und eine kompetente Umsetzung sind der Schlüssel dazu, sich mit einer Sorge weniger auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Und das ist in der Regel nicht das Materielle.

Wieder einmal zeigt sich: Es kommt nicht darauf an, Prognosen zu machen. Praktisch alle dieser Ereignisse waren nicht prognostizierbar. Sondern es kommt darauf an, sich für die Zukunft vorzubereiten.

 

Klaus W. Wellershoff, März 2020